So gewinnen Sie echte Fans für Ihre NGO

Ehrenamtliche hatten einen tollen Tag

Überall wird Ihnen gesagt: Halte Sie Ihre Spender bei der Stange, stellen Sie regelmäßig Informationen bereit, seine Sie transparent, bedanken Sie sich angemessen, denn bestehende Spender zu halten ist einfacher und kostengünstiger, als neue zu gewinnen. All das ist richtig und wichtig.

Doch stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten keine Spender sondern echte Unterstützer und Fans. Aktivisten, die mit Ihnen durch Dick und Dünn gehen, auf Ihre Organisation schwören, stolz sind, ein Teil von ihr zu sein, und Ihnen auch in schwierigen Zeiten nicht von der Seite weichen.

Was in der Wirtschaft bereits angekommen ist – dass zufriedene Kunden zwar angenehm aber nicht unbedingt treu sind 1, und der Erfolg einer Firma vielmehr von ihren echten Fans abhängt, möchten wir gern in die Welt der NGOs weitertragen.

Laut Experimenten mit Kleinkindern, werden wir Menschen offensichtlich schon mit dem Bedürfnis zu helfen und zu teilen geboren.2 Es macht uns nachweislich glücklicher, wenn wir uns für andere oder etwas Größeres als uns selbst, einsetzen.3

Und wann, wenn nicht jetzt – in Zeiten der Überalterung von Spenderdateien und der frischen Hoffnungsbriese, die Greta Thunberg und ihre Fridays for Future-Generation in unsere Fenster weht – sollten Sie dieses Bedürfnis für Ihren guten Zweck nutzen?

Doch wie gewinnen Sie echte Unterstützer und Fans?

Untersucht man den Beginn eines jeglichen Anhängertums, so steht am Anfang ein emotionales Erlebnis, das meist in Gemeinschaft erlebt wurde. Sei es der Auftritt einer Band, bei dem am Ende das Publikum einstimmig mitgesungen hat, oder das Fußballspiel mit Laolawellen und Sprechchören im Stadion, bei dem sich, nach errungenem Sieg, Fremde im Arm lagen und gemeinsam gefeiert haben. Diese Erlebnisse prägen sich ein und schreien nach Wiederholung. Man möchte die Gefühle, die ausgelöst wurden, erneut hervorrufen.

Ihr Anliegen ist es vielleicht nicht, Musik oder Fußball zu spielen, sondern diese Welt zu einem besseren, gerechteren und gesünderen Ort zu machen. Posaunen Sie dieses Anliegen laut heraus und versammeln Sie eine Bewegung um sich, die Ihnen nicht nur die finanziellen Mittel, sondern auch ihre Ideen und Potenziale zur Verfügung stellt.

Machen Sie es wie der Fundraiser Dan Pallotta, dessen Ziel nicht war, seine Verwaltungskosten so gering wie möglich zu halten, sondern eine Wirkung zu erzielen, die weite Kreise zieht. Durch Werbung in den einschlägigen amerikanischen Medien hat er eine Bewegung von tausenden Spendenläufern für die Erforschung von Blutkrebs gewonnen. Sie haben Spenden über 60 Millionen Dollar erzielt und nebenbei ein echtes Erlebnis gewonnen, das sie noch lange an die Organisation binden wird. Dazu hat Pallotta riesige Camps organisiert und recht damit behalten, dass Menschen nicht nur ein paar Dollar, sondern ihr ganzes Potenzial für die Gute Sache einsetzen wollen.

Schauen Sie sich das Stadion „Alte Försterei“ des Fußballclubs „1. FC Union Berlin“ an. Da der Verein in der Saison 2008/2009 in die zweite Liga aufgestiegen ist, mussten Änderungen vorgenommen werden, um den Auflagen der DFL zu entsprechen. Ohne zu zögern hat die sogenannte „Union-Familie“ nicht nur geholfen, das nötige Kleingeld zusammenzulegen, sondern mit rund 2.000 ehrenamtlichen Helfern beim Ausbau tatkräftig mit angepackt.4

Geben auch Sie Ihren Mitstreitern die Möglichkeit, Ihre Fähigkeiten einzusetzen und in Gemeinschaft an einer besseren Welt zu bauen. Und machen Sie Ihre Spender zu echten Freunden und „Familienmitgliedern“, denen Sie auf Augenhöhe begegnen. Bieten Sie ihnen die regelmäßige Möglichkeit direkt mit Ihrer Arbeit und Ihrer Organisation in Kontakt zu treten, um einen Austausch zu fördern, sich tiefer von Ihrer Arbeit überzeugen zu lassen und eine stärkere Verbundenheit aufzubauen. Schaffen Sie Erlebnisse für sich und Ihre Unterstützer, in denen Sie Emotionen (wie Begeisterung, Mitgefühl, Zusammenhalt, Erfüllung und Gänsehaut) bei Ihren Unterstützern auslösen. Wer emotional mit Ihrer Organisation verbunden ist, wird ein echter Fan und Ihre Organisation in guten, wie in schwierigen Zeiten nicht im Stich lassen.

Mit diesen Aktionen gewinnen Sie echte Fans:

  • Regelmäßig Stammtische oder Regionaltreffen in angenehmer Atmosphäre abhalten
  • Ihre Spender und Ehrenamtlichen zu Veranstaltungen einladen, bei denen Sie beisammen sind, Erfolge ihrer Organisation feiern und über neue Projekte abstimmen und aufklären
  • Praktische Einsätze. Ob Sie gemeinsam eine Postsendung eintüten, Plastik aus einem Fluss sammeln, einen Stand auf einem Weihnachtsmarkt organisieren oder einen öffentlichen Flashmob inszenieren, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist das gemeinsame Erlebnis und das Gefühl, der guten Sache zu dienen.
  • Eine direkte Nähe herstellten zwischen Spendern und den zu unterstützenden Menschen. Z.B. durch Besuchsmöglichkeiten, Briefkontakt oder Videos, in denen konkret geschildert wird, welche Wirkung die Spenden für einzelne erzielt hat.

Drei Best Practice Beispiele wie NGOs Spender zu echten Fans gewinnen

Die Kirchengemeinde Berlinprojekt hat ihre Besucher zu Traum- und Visionstagen „Kirche neue träumen“ eingeladen, bei denen an einer gemeinsamen Vision für die Zukunft gebaut wurde. Dadurch entsandt zwischen den Besuchern ein neuer Zusammenhalt und eine gemeinsame Identifikation mit der Vision.5

Die Menschenrechtsorganisation International Justice Mission, hat innerhalb weniger Jahre eine Bewegung von vielen hundert ehrenamtlichen Botschaftern gegen Sklaverei auf die Beine gestellt, welche sich stetig vergrößert. Durch die enge Verknüpfung von IJM-Deutschland und den Botschaftern, entstehen in Regionalgruppen Veranstaltungen, wie Konzerte, Kinoabende, Flohmarkstände oder Spendenläufe. Diese Aktivitäten dienen zur Aufklärung und Mittelgewinnung der Bekämpfung von moderner Sklaverei.

Carolin Werner (Leitung Ehrenamt und Mobilisierung bei IJM-Deutschland):

„Zu Beginn des Jahres wurde unvorhergesehen die Finanzierung für unser Büro in Guatemala gestoppt. Von einem auf den anderen Tag stand der Erhalt dieses Büros auf der Kippe, was ein großer Schreck für uns war. Die Dringlichkeit der Situation hat dazu geführt, dass ich mich entschieden habe, ausnahmsweise unsere Ehrenamtlichen auch um ihre finanzielle Unterstützung zu bitten. Uns fehlte die Zeit für eine größere Kampagne. Und tatsächlich – innerhalb von 10 Tagen sind 25.000€ Spenden für den Büroerhalt in Guatemala zusammengekommen. Das Vertrauen wurde bestätigt und die großzügigen Spenden haben mir gezeigt, dass wir auf unsere Ehrenamtlichen zählen können. Unsere Botschafterinnen und Botschafter fühlen sich tief mit uns und unserer Arbeit verbunden – ihre Solidarität ist für das gesamte IJM Team bewegend und ich bin von ihnen begeistert.

Der Naturschutzbund (NABU) hat mit „Willkommen Wolf“ eine facebook-Community ins Leben gerufen, um über die Rückkehr von Wölfen in deutsche Wälder zu informieren und mit Mythen aufzuräumen. Die mittlerweile über 100.000 Wolfsfans tauschen sich hier aktiv aus, teilen Fotos und Erlebnisse, nehmen an Wettbewerben teil, werden zu regionalen Veranstaltungen eingeladen und übernehmen Wolfspatenschaften. Dabei steht immer die Kommunikation im Vordergrund.6

Seien Sie kreativ, nehmen Sie Ihre Spender ernst und geben Sie ihnen die Möglichkeit, ihr ganzes Potenzial für Ihre Organisation einzusetzen. Wagen Sie es ruhig, einmal mehr Verwaltungskosten in eine große Aktion zu investieren, denn diese werden sich bezahlt machen. Wer wirklich mit Ihnen verbunden ist, wird auch begeistert von Ihnen berichten und Sie gern finanziell unterstützen, weil er sich der Auswirkungen seiner Spende sicher ist und Ihnen vertraut.

Wir von 4better.world sind ein Team von Spezialisten im Online-Marketing, mit vielen Jahren Erfahrung in der Wirtschaft und im NGO-Bereich, frischen Ideen, strategischem Know-How und einem Blick über den Tellerrand.

Gern unterstützen wir Sie dabei, Ihre gute Sache dort zu platzieren, wo Ihre Unterstützer Sie finden und Ihre Organisation zu größerer Bekanntheit und Wachstum zu führen.


Quellen:

1: vergl. Das Fan-Prinzip, Romas Becker/Gregor Daschmann, Springer Gabler 2016, S.6
2: Lara B. Aknin, Kiley J. Hamlin and Elizabeth W. Dunn, „Giving Leads to Happiness in Young Children2, Plos ONE7, Nr. 6 (Juni 2012)
3: Buch Happy Money, Elisabeth Dunn/Michael Norton, Books 4 Success 2013, S. 129ff
4: https://de.wikipedia.org/wiki/Stadion_An_der_Alten_Försterei
5: https://www.berlinprojekt.com/zukunft
6: https://www.facebook.com/WillkommenWolf/

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